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Lombok - eine Trauminsel im Abseits
Weißsandige Buchten, riesige Korallengärten und ein mächstiges Vulkanmassiv
"Balis kleine Schwester" im touristen Aufwind
Als Teil der Kleinen Sunda-Inseln gehört Lombok zu Indonesien. Lediglich 4725 km² groß ist "Balis kleine Schwester" jenseits der Lombokstraße, gerade einmal 35 km von Bali entfernt. Die Erschließung Lomboks durch den Tourismus als unberührte Alternative zu Bali begann in den 80er Jahren. im Westen der Vulkaninsel und zieht sich gerade einmal zehn Kilometer an der Küstenstraße entlang. Lombok ist vulkanischen Ursprungs und ist gekennzeichnet von dem 3726 m hohen Vulkan Rinjani, dem drittgrößten in Indonesien. Die Trockenperiode dauert von Juni bis Oktober, die Regenzeit von Oktober bis Mai.
Die meisten Bali-Besucher bleiben auf dieser Insel und ahnen kaum, was sie in dem neuentdeckten Touristenziel, achtzig mal siebzig Kilometer groß, kaum 40 Kilometer entfernt versäumen:menschenleere Strände, malerische Koralleneilande, weite Grassavannen, große zusammenhängende Primär-Regenwälder und die schmucken Gili Islands. Doch der Besucher, der von Bali aus zur Erkundung Lomboks aufbricht, muss sich dessen bewusst sein, dass er nur dann eine Gastfreundschaft erwarten darf, wenn er sich auch als Gast in einem fremden Land verhält. Lombok ist nicht Bali, Die Balinesen haben sich längst an die bisweiligen freizügige Kleidung der Touristen gewöhnt, nimmt auch das Desinteresse an der balinesischen Kultur ebenso hin wie auch Intoleranz udn Großspurigkeit mancher besucher. Auf einen ganz andere Erwartungshaltung an die ausländischen Gäste trifft der Besucher auf Lombok an. Die bewohner haben sich längst noch nicht auf Touristen eingestellt, zumal sich der Zustrom der Besuher auf wenige Gegenden beschränkt. Auf Lombok leben die Bewohner in den nichttouristischen Gegenden nach anderen Religionsvorschriften und strengeren Benimm-Vorschriften, und man erwartet durchaus, dass sich der Gast als "anständiger Mensch" darauf einstellt und das Anderssein respektiert.
Dem Gast bieten sich Alternativen zur Anreise nach Lombok. In einer knappen halben Stunde kann er vom Ngurah Rai Airport in Denpensar mit einer Linienmaschine nach dem Selaparang Mataram Airport auf Lombok fliegen. Aber kann auch von dem im Osten Balis gelegenen Fährhafen Padang Bai die Fähre nehmen und in vier bis fünf Stunden im Hafen Lembar auf Lombok ankommen. Oder er lässt sich von Denpasars wichtigstem Handelshafen Benoa aus mit dem Luftkissenbbotin eineinhalbstündiger Fahrt nach Lembar bringen. "Balis kleine Schwester" hat allerdings eine ganz eigene, unverwechselbare Identität. Der Name Lombok bedeutet Cayennepfeffer, und die aus Südamerika importierten Chilis sind ein wichtiges Anbauprodukt auf der Insel Lombok, die lediglich im Westen grün und fruchtbar - auch für den reisanbau - ist, doch nach Süden udn Osten immer trockener wird und keinen Reisanbau mehr ermöglciht.
Die Einwohner gehören überwiegend zum Islam udn unterteilen sich in 85% Sasaks, 10-15% Balinesen udn eine Minderheit von Chinesen, Arabern, Javanesen und Sumbawanesen. Die Sasaks , dieser kleinwüchsige und in Sarongs aus buntem Stoff gekleidete Menschenschlag mit dunkler Haut, langem gewelltem Haar und hervortretenden Backenknochen, sind vorwiegend Bauern. Der größte Teil der Einwohner Lomboks sind offiziell islamischen Glaubens, doch grenzen sich diese Moslems gegenüber anderen Regilionsgemeinschaften innerhalb des Islams ab. Die Wetu Lima sind am stärksten islamisiert. Von ihnen wird ein orthodoxer Islam praktiziert. Die Ur-religion der Insel üben die Boda aus. Sie leben heute noch ähnlich wie die Bali-Aga zurückgezogen in isolierten Dörfern im Nordwesten udn Südwesten Lomboks. Weder balinesische noch islamische Elemente haben sie in ihrer Religion. Ein anderer Teil der Bevölkerung Lomboks praktiziert die Religion Wetu Telu, ein Gemisch aus hinduistischer, animistischer udn islamischer Vorstellungen.
Die wenigsten Touristen halten sich in den drei wichtigsten Städten Mataram, Ampenan und Cakranegara auf. In der Hauptstadt Mataram beherbergt das Nusa Tenggara Barat Museum Kunstgegenstände aus Lombok und der Nachbarinsel Sumbawa, und im Kulturzentrum Pusat Budaya erlebt der Besucher bisweilen traditionelle Musik- und Tanzveranstaltungen. Lomboks größte Moschee aus braunem Marmor befindet sich an der Hauptstraße. Ampenan ist die lebendigste Stadt auf Lombok. Der Gast erkundet sie am besten in einer bimmelnden Pferdekutsche. Nördlich von Ampenan liegt der balinesische Meerestempel Pura Segara, kaum gepflegt, doch die vielen, bunt bemalten Fischerboote entschädigen für den Weg. Ein Spaziergang lohnt auch zu dem angernzenden riesigen chinesischen Friedhof. Besonders zu empfehlen ist aber das Museum Negri NTB in Ampenan, das eine gut ausgewählte Sammlung aus allen Lebensbwereichen der Menschen aus Lombok und Sumbawa anbietet. Cakranegara ist ein quirliger Marktort und Heimat vieler Chinesen udn Balinesen. In und um die Stadt befinden sich einige bedeutende Hindutempel. Der größte 1720 gegründete Pura Meru gilt für die Balinesen als "Zentrum des Universums". Der riesige Meru preist die Hindutrinität von Shiva, Vishnu und Brahma. Im innersten Hof der Tempelanlage stehen 33 Schreine udn drei Merus mit mehrfachen Dächern. Der Wasserpalast Pura Mayura war der Staatstempel des letzten balinesischen Königs auf Lombok. In der Mitte des Sees liegt ein "Schwimmender Pavillon",die offene Gerichtshalle. Im Süden von Cakranegara liegt der von Affenhorden belagerte Zempel Pura Pengsong. Von dem auf einem Hügel gelegenen tempel hat der besucher einen Ausblick auf das Meer, auf die grünen Reisfelder und auf das Vulkanmassiv Rinjani. Weitere bedeutende Tempelanlagen sind Pura Narmada (Tanzaufführungen), der Komplex Pura Suranadi (Wasser für Begräbniszeremonien) und der Muttertempel Pura Lingsar (Vereinigung der Götter von Bali und Lombok).
Nördlich von Ampenan hat sich Senggigi zum Tourismuszentrum entwickelt. In der Umgebung kann der Gast noch auf menschenleere Strände treffen. Lomboks Badeparadiese befinden sich alle an der Westküste. Auch in kleineren Ortschaften bieten Einheimische Bootsausflüge an, aber der Besucher kann hier auch bestens schnorcheln. Die Gili Islands (Gili Air, Gili Meno und Gili Tawangan) sind mit großartigen Stränden, schönen Korallen und strahlend türkisfarbenem Meer gesegnet und gewährleisten somit die besten Tauch- udn Schnorchelmöglichkeiten Lomboks. Doch auf diesen Inselperlen gibt es kein Quellwasser, was den Ausbau des Tourismus durchaus erschwert.
Weiter nach Norden die Küstenstraße entlang gelangt der Gast nach Gondang und kann nach kurzem Spaiergang denWasserfall Tiu Pupus besuchen und auch ein traditionelles Sasakdorf Kerurak. Zu den spektakulärsten wasserfällen der Insel Lombok hehören die Wasserfälle Sedang Gile in der Nähe von Bayan. Wer sich mit der Kultur der Bewohner befassen möchte, besucht auch Lenek im Landesinneren
und genießt die traditionellen Tänze und die Musik des Sasaks. Zu den berühmtesten Darbietungen zählt sicherlich der Trance-Tanz tari pakon.
Hoch über der Insel thront meistens in Dunst gehüllt der 3726 m hohe Vulkan Rinjani. Der enorme, mit smaragdgrünem Wasser gefüllte Krater kann durchaus, wenn auch mit Kondition verbunden, auf einem zweitägigen Treck erwandert werden. Dieses ehrfurchtgebietende Bergmassiv ist fast von jeder Stelle Lomboks zu sehen. Wälder bedecken die Hänge. Am Fuße des Rinjani liegt das von herrlichen Reisterrassen umgebene Dorf . Ein schönes Wanderziel ist der Wasserfall von Jukut.
Im Süden der Insel liegen die zentren des Kunsthandwerks. An primitiven Webstühlen fertigen die Bewohner nach traditionellen Mustern Stoffe und in mühevoller Arbeit die mit Goldfäden durchwebten Ikats. Bekannt ist in Penujak eine Töpferkooperative, um dieses traditionelle handwerk wieedr zu beleben und den Bauern in der Trockenzeit einen zusaätzlichen Verdienst zu ermöglichen. In den Dörfern Rambitan und Sade kann der Gast die auffällige Sasakarchitektur bewundern. Die hochgiebeligen reispeicher sind auch Markenzeichen von Lombok. Auch im Süden erstrecken sich Bilderbuchbuchten mit endlosem, weißem Sand. Der Kontrast des Sandes mit dem intensiven Blau des Wassers fasziniert jeden Besucher.
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